erscheinungsbilder

firmen- und buchkultur

 

Wir haben uns an das Thema herangeschlichen. Unsere Designlexika waren die ersten Bücher ihres Genres, in denen die Kunst des prägnanten Firmenporträts intensiv gepflegt wurde. Schließlich kamen Unternehmens- biografien in umfassenden Branchenporträts zum tragen, wie dem Benzin- und Tankstellenopus Super oder Normal und zuletzt in Wohndesign Deutschland. Beide haben sich auch an der Kasse bewiesen, nicht zuletzt weil sie vermeintliche Randthemem erstmals erschlossen, weil darin pralle Geschichten erzählt werden und weil die Menschen in den Unternehmen sich darin wiederfanden.

 

Wie kommt es, dass das Firmenbuch so oft zum Alibi verkommt? Ist die Corporate Culture keine Buchkultur? Wir haben gezeigt, wie das Profil eines Unternehmens zwischen zwei Buchdeckel passt. Unser Porträt der Firma Braun ist ein Muster für eine spezifische Variante des Firmenbuches. Hier wird erstmals die Designleistung ausgebreitet und historisch verortet, indem die Geschichten hinter den Produkten minutiös und packend erzählt werden. Diese Methode eignet sich für hochwertige Produkt- portfolios, ist aber keineswegs auf den Designsektor beschränkt.

 

Das Neue Firmenbuch

 

Eine zweite, entgegengesetzte, jedoch ebenso interessante Variante steckt in Super oder Normal . Mit dieser ersten Weltgeschichte der Tankstelle, die in Kooperation mit der französischern Mineralölgesekllschaft Elf entstand, vereinnahmte das Unternehmen das zentrale, im Kollektivbewusstsein tief verankerte Phänomen der Branche und meldete so Anspruch auf geistige Führerschaft an. So entstand eine höchst informative Lektüre, die über Jahre hinweg im Gespräch blieb.

 

Das Firmenbuch ist ein Marketinginstrument mit langer Halbwertzeit und spezieller Aura. Und die lässt sich übertragen: auf Geschäftspartner, Medien und eigene Mitarbeiter

 

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