möbeldesign deutschland

die klassiker

von Bernd Polster

420 Seiten, erschienen im Dumont Verlag, Köln 2005


Hier werden Standards gesetzt

 

"Standardwerk für die deutsche Möbeldesigngeschichte." Hamburger Abendblatt

 

"Erstmals werden über 100 Möbelklassiker ausführlich beschrieben. Im Lexikon werden alle wichtigen Designer und Hersteller vorgestellt. Das macht das Buch nicht nur zu einem einmaligen Nachschlagewerk, sondern auch zu einer Inspirationsquelle für modernes Wohnen."Holz-Zentralblatt

 

Gibt es "deutsche Möbel"? Noch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein hat man das offenbar geglaubt. Es wurden Bücher darüber geschrieben. Nachdem jedoch die Nationalsozialisten das Adjektiv in Verruf gebracht hatten, fiel das Thema unter den Tisch. Diesem Buch liegt eine einfache Definition zugrunde: Unter deutsches Möbeldesign fallen hier ansässige Firmen und hier geborene Designer, außerdem Designer mit Arbeitsschwerpunkt in Deutschland. Deshalb ist Marcel Breuer, geborener Ungar und Doppelemigrant, ebenso berücksichtigt wie der Holländer Hans Gugelot und der Wahlfranzose Burkhard Vogtherr.


Wer nach Ursprüngen deutschen Möbeldesigns forscht, muss mindestens bis ins Biedermeier zurückblicken, jener Epoche zu Beginn des 19. Jahrhunderts, die ebenfalls die der Romantik und des Klassizismus war. Dem entstehenden deutschen Bürgertum, noch weitgehend kleinbürgerlich und von jedem politischen Einfluss abgeschnitten, blieben Natur und Innerlichkeit als Auswege. Das Ideal des Biederen und Schlichten fand seine Anwendung nicht zuletzt auf Stuhl und Schrank - eine frühe Blüte der Kunst des Weglassens. So wurde die "Wohnkultur" und das dazugehörige Gefühl erfunden: die Gemütlichkeit.

 

Leseprobe: Zeitgewinner