swing heil
jazz im nationalsozialismus
von Bernd Polster (Hrg.)
246 Seiten, Transit Buchverlag, Berlin 1989
Erinnerung an eine fast vergessenen Jugendbewegung.
"Das Buch beschäftigt sich zum erstenmal ausführlich mit dem Phänomen der Swing-Jugend. Neben Einzelbeiträgen zur Entwicklung des Jazz nach 1933, zu Tanzorchestern und Tanzlokalen im Berlin der dreißiger Jahre, zu den verschiedenen Gruppen der jugendlichen Subkultur, bringt Polster Interviews mit Musikern ehemaligen Swingboys, darunter auch der Wiener Lyriker Ernst Jandl, der damals ebenfqalls seine Liebe zum Jazz ent- deckte. Die Kraft dieser Musik und die Stärke des von ihr ausstrahlenden Lebensgefühls werden eindrucksvoll bezeugt." Die Zeit
"Der Alltag im Dritten Reich wird immer genauer beschrieben, kurz, bevor es zu spät ist. Die Jugendkultur jener Jahre war eben nicht nur durch die Hitlerjugend repräsentiert. Es gab die alternative Szene, und es ist ein besonderes Verdienst dieses Buches, lange post festum zu erfahren, wie vernetzt man war als Swing-Heini und Swing-Baby." Süddeutsche Zeitung
"Sehr geehrter Herr Polster, angeregt durch einen Verriß in der Münchener Jazz-Zeitung habe ich Ihr Buch gelesen. Ich möchte Ihnen danken. Sie haben mir eine große Freude bereitet. Als Angehöriger des Jahrgangs 1926 las ich mit großem Interesse, was damals - wenn auch überwiegend unbewußt - von mir selbst erlebt wurde." ein Brief von Claus Buchta
Die "Sing-Heinis" - wie sie von der NS-Polizei verunglimpft wurden und wie sie sich dann in ironischer Umkehrung selbst nannten - war die erste Jugendkultur, die sich über Popmusik definierte. Es gab sie landesweit. Nur dass man nicht voneinander wusste. Bis in die Kleinstädte hinein bildeten sich unabhängig voneinander Gruppen, die sich lustige Namen gaben. Ein weitere Besonderheit dieses Buches: Während sonst allein die Musik in den Vordergrund gestellt wird, ist hier erstmals die entscheidende Rolle herausgearbeitet worden, die der Tanz spielte.
Leseprobe: Es zittern die morschen Knochen




