wien
stadtführer
von Bernd Polster
132 Seiten, erschienen im Vista Point Verlag, Köln 1990
Wiege der Moderne
"Erlebnis-Tage, die so präzise beschrieben sind, dass man auch daheim auf dem Sofa das Gefühl bekommt, vor Ort zu sein." Heilbronner Stimme
"Drei gut doserte Tagesrouten." Pressedienst der Bundeswirtschaftskammer
Es gibt sie wirklich diese klassischen Wiener Markenzeichen: die seßhaften Kaffeehäusle, die k.u.k.-Kulissen, den Riesenradrummel und tagtäglicher Schmäh. Drei Tagestouren streifen auch das Typische, bleiben aber keineswegs dabei stehen: Sie führen etwa auch hinab ins Dunkel der Geschichte Vindobonas, einstmals Roms Vorposten. Sie zeigen die barocke Blüte und natürlich jene noch gar nicht so lange zurückliegende Epoche, in der sie Hauptstadt eines Weltreichs und eines 53-Millionen-Vielvölkerstaates, war, dessen facettenreiche Mixtur heute nicht nur in den Spalten des Telefonbuchs zu finden ist.
Es ist noch nicht sehr lange her, da galt Wien als recht behäbige Dame. Ein Ort, wo das Jahr '68 ausfiel und wo die Sozialpartner höchstens beim Heurigen aneinander stießen. Aber längst kommt auch in der Hauptstadt des Knicksens das Leben nicht mehr im Fiaker daher. Wien als Trend- zentrale. Das hatten wir doch schon einmal. Es war zur Jahrhundertwende und in den Zwischenkriegsjahren. Man kommt gar nicht vorbei an den Zeugen dieser Zeit, als Österreichs Intellektuelle vom Wiener Kaffeehaus- tisch aus die Welt auf neue Gedanken brachten. Im Schmelztiegel jener multikulturellen, österreichisch-ungarisch regierten Monarchie kochte damals die Moderne auf. Und 1918, nach Zusammenbruch und Revolution, war Wien die erste sozialistische Millionenstadt. Der vorliegende Stadtführer war der erste, der auch das "Rote Wien" mit einbezog, das sich noch heute in hunderten von "Gemeindebauten" besichtigen lässt.
Leseprobe: Zwischen Riesenrad und Buschenschank




